Voraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/frau

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Bevor die Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau beginnen kann, steht erst einmal die Bewerbung bei einem Unternehmen an. Aufgrund der Beliebtheit des Ausbildungsberufes erwartet einen dabei in vielen Fällen große Konkurrenz.

Um die Chancen auf eine Ausbildungsstelle zu erhöhen, sollten Bewerber gewisse Voraussetzungen erfüllen. Neben Schulnoten spielen auch die eigenen Interessen und Fähigkeiten eine Rolle. Zudem können sich die Voraussetzungen etwas unterscheiden, je nachdem, in welcher Branche man sich bewirbt.

Schulische Voraussetzungen

Die Ausbildungsverordnung für Industriekaufleute setzt generell keinen schulischen Abschluss voraus. Rein rechtlich ist es also keine Voraussetzung, dass ein Auszubildender erst einmal die Schule abgeschlossen haben muss, bevor er mit der Ausbildung beginnt. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn man sich tatsächlich bewirbt. Viele Unternehmen verlangen von ihren Bewerbern mindestens einen Realschulabschluss. Mitunter wird sogar das Fachabitur oder das Abitur vorausgesetzt. Ohne Schulabschluss oder nur mit einem Hauptschulabschluss sind die Chancen in der Regel sehr niedrig, dass sich ein Unternehmen für die Person entscheidet.

Neben dem Schulabschluss an sich sind auch die Noten in einigen Fächern bei vielen Unternehmen eine Voraussetzung für die Ausbildung. Es reicht also nicht einfach nur ein Schulabschluss. Wer sich gegen die Konkurrenz bei der Bewerbung durchsetzen möchte, muss mit seinen Noten überzeugen. Drei Fächer sind dabei besonders wichtig. An erste Stelle steht Mathematik, da die Ausbildung und auch das spätere Berufsleben viel mit Zahlen zu tun hat. Dazu kommen die Fächer Deutsch und Englisch.

Besonders Englisch sollten Bewerber definitiv nicht unterschätzen. Viele Unternehmen agieren heute international und erwarten von ihren Mitarbeitern daher, dass sie der englischen Sprache mächtig sind. Nicht schlecht ist es zudem, wenn ein Bewerber noch eine weitere Fremdsprache spricht. Dies zählt zwar nicht unbedingt zu den Voraussetzungen bei vielen Unternehmen, kann aber dafür sorgen, dass man ein paar Bonuspunkte sammelt. Diese können am Ende durchaus den Unterschied ausmachen.

Interessen und Fähigkeiten

Die schulischen Voraussetzungen sind ein wichtiger Faktor, um eine Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau beginnen zu können. Sie sind aber nicht die einzigen Punkte, anhand derer man entscheiden sollte, ob der Beruf die richtige Zukunft ist. Bestimmte Interessen und Fähigkeiten sollten Interessenten ebenfalls mitbringen. Andernfalls wird es spätestens nach dem Abschluss der Ausbildung schwierig.

Dass die Arbeit viel im Zusammenhang mit Zahlen steht, wird bereits aufgrund der gefragten Mathematikfähigkeiten deutlich. Zudem kann es nicht schaden, wenn sich angehende Industriekaufleute für wirtschaftliche, rechtliche und technische Themen interessieren. Sie alle spielen im späteren Berufsalltag eine wichtige Rolle.

Bei der tagtäglichen Arbeit kommen Industriekaufleute nicht ohne den Computer aus. Daher setzen viele Unternehmen bei ihren Bewerbern überdurchschnittliche Computerkenntnisse voraus. Zudem wird eine sorgfältige Arbeitsweise erwartet. Fehler können sich oft als sehr teuer erweisen und sollten aus diesem Grund möglichst vermieden werden. Hier sind auch gute Planungs- und Organisationsfähigkeiten gefragt.

Allerdings sitzen Industriekaufleute nicht nur jeden Tag allein vor einem Computer. Es gilt auch, mit Kollegen, Vorgesetzten und mitunter neuen Bewerbern zu interagieren. Daher sind auch gute kommunikative Fähigkeiten ebenfalls wichtige Voraussetzungen. Nicht selten hat man direkt mit Kunden oder Zulieferern zu tun, was wiederum ein gewisses Maß an Verhandlungssicherheit beziehungsweise Verhandlungsgeschick erfordert.

Unterschiedliche Branchen beachten

Da die Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau relativ allgemein gehalten ist, können zu den genannten Voraussetzungen noch spezifische Interessen kommen, die mit der jeweiligen Branche in Verbindung stehen. Als Industriekaufmann können Berufstätige beispielsweise in der Metallproduktion oder im Textilgewerbe aktiv sein. Beides sind höchst unterschiedliche Branchen, die verschiedene Anforderungen haben. Die Ausbildung selbst unterscheidet sich im theoretischen Teil an der Berufsschule kaum, egal, bei was für einem Unternehmen sie absolviert wird. Beim praktischen Teil sieht dies etwas anders aus. Daher kann es sich empfehlen, sich auch mit den verschiedenen Branchen, in denen Industrieunternehmen aktiv sind, vertraut zu machen, um den passenden Bereich für sich selbst zu finden.