Branchen für den/die Industriekaufmann/Industriekauffrau

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Während der Ausbildung lernt der angehende Industriekaufmann beziehungsweise die Industriekauffrau praktisch alles rund um die betriebswirtschaftlichen Abläufe in einem Unternehmen. Dies macht die Industriekaufleute zu echten BWL-Allroundern. Im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungen findet dabei auch keine Spezialisierung statt. Die Branchen spielen bei der theoretischen Ausbildung keine Rolle. Dadurch haben Industriekaufleute anschließend ein breites Berufsfeld. Dies betrifft nicht nur die Einsatzgebiete, sondern auch die Branchen selbst. Als Industriekaufmann oder Industriekauffrau kann man in jeder Industriebranche einen Job finden. Die Allrounder sind in den verschiedenen Branchen stark gefragt, da sie in vielen Bereichen wichtige Aufgaben übernehmen.

Die Industrie in Deutschland

Da die Berufsfelder für Industriekaufleute so breit sind, kann es sich lohnen, einmal einen Blick auf die verschiedenen Branchen zu werfen, in denen man später einmal arbeiten kann. An erster Stelle steht in Deutschland natürlich der Autobau. Keine Industrie setzt im Jahr mehr um als die Automobilindustrie. Entsprechend gut sind hier auch die Möglichkeiten für den Industriekaufmann beziehungsweise die Industriekauffrau. Damit die Automobilproduktion reibungslos abläuft, müssen im Hintergrund viele Dinge erledigt werden. Von Personalplanungen über Lieferungen bis hin zu Prozessplanung und Marketing gibt es viele Einsatzgebiete für Industriekaufleute.

Zu den ebenfalls stark ausgeprägten Branchen in Deutschland gehört der Maschinenbau. Gerade im Mittelstand gibt es in der Bundesrepublik eine Vielzahl an Unternehmen, die Maschinenteile produzieren. Diese werden anschließend nicht nur in Deutschland weiterverarbeitet, sondern häufig auch in die ganze Welt exportiert. Daher kann die Branche auch durchaus für Industriekaufleute interessant sein, die auch gern international agieren und aktiv sein möchten. Auch die Metallerzeugung und -verarbeitung weißt hier gewisse Ähnlichkeiten auf.

Branchen für Industriekaufleute finden sich allerdings nicht nur rund um das Thema Metall. Oft sind sich Interessenten für den Beruf gar nicht klar darüber, wie vielfältig die Industrie in Deutschland ist. Sehr stark ist beispielsweise auch die chemisch-pharmazeutische Industrie ausgeprägt. Hier dreht sich alles rund um die Herstellung von Medikamenten und wichtigen chemischen Erzeugnissen, die dann wiederum in anderen Branchen weiterverarbeitet werden. In Deutschland ist dies der drittgrößte Industriezweig, wenn man auf den Umsatz schaut.

Zu den genannten Branchen kommen noch eine ganze Reihe von weiteren Industriezweigen, in denen Kaufleute benötigt werden. Zu diesen gehören unter anderem die Lebensmittelindustrie, die Elektrotechnik, das Baugewerbe, die Mineralölverarbeitung, die Kunststoffindustrie, die Papierindustrie oder die Textilindustrie. In all diesen Branchen sind es Industriekaufleute, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf der Produktion sorgen. Jeder Bereich bringt dabei seine ganz eigenen Anforderungen und Besonderheiten mit sich. Aus diesem Grund kann es sich empfehlen, dass man sich vor einer Ausbildung nicht nur über den Industriekaufmann oder die Industriekauffrau an sich informiert, sondern auch über die verschiedenen Branchen. Während manch einer sich für die Textilproduktion interessiert, findet ein anderer die Autoherstellung viel spannender.

Außerhalb der Industrie

Während die Wahrscheinlichkeit, dass man nach der Ausbildung in einem Industrieunternehmen aktiv ist, sehr groß ist, bedeutet dies nicht, dass dies auch zwangsweise der Fall sein wird. Aufgrund der breiten kaufmännischen Ausbildung ist der Industriekaufmann beziehungsweise die Industriekauffrau auch für andere Branchen interessant. Ein gutes Beispiel wäre der Öffentliche Dienst, wo ebenfalls gern einmal Industriekaufleute eingestellt werden. Zudem kann man sich durch eine Weiterbildung oder ein Studium für neue Branchen empfehlen und so fast überall in der Wirtschaft arbeiten.

Gute Zukunftschancen

Aufgrund der offenen Ausbildung haben Industriekaufleute sehr gute Jobaussichten. So sind sie weder auf einen bestimmten Bereich noch eine bestimmte Branche festgelegt. Wer seine Ausbildung in der Automobilindustrie absolviert hat, kann theoretisch auch einfach in die Textilindustrie wechseln. Dies ist auch in Hinblick auf die Zukunftsplanung sehr vorteilhaft. Krisen in bestimmten Branchen gibt es immer wieder und sehr häufig geraten dann Arbeitsplätze in Gefahr. Industriekaufleute können allerdings relativ einfach zwischen verschiedenen Branchen wechseln. Die Nachfrage ist eigentlich immer vorhanden. Kriselt es beispielsweise im Maschinenbau, gibt es vielleicht in der Pharmazie oder der Kunststoffindustrie Alternativen. Der Branchenwechsel ist dabei möglich, ohne dass die Industriekaufleute erst umständlich eine Weiterbildung absolvieren müssen. Diese Art von Jobaussichten haben nur sehr wenige Berufsfelder.