Ähnliche Ausbildungsberufe / Schnittpunkte zu anderen Berufen

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Der Industriekaufmann gehört zu den beliebtesten Kaufmannsberufen in Deutschland. Wer sich zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau ausbilden lassen möchte, hat also meist einige Konkurrenz in der Bewerbungsphase.

Allerdings sind Industriekaufleute nicht die einzigen gefragten Kaufleute in Deutschland. Es gibt eine Reihe von weiteren Berufen, die durchaus Überschneidungen aufweisen. Meist sind diese aber etwas spezialisierter auf einen bestimmten Bereich. Gerade wenn das eigene Interesse aber ohnehin in diesem Bereich liegt, kann die Alternative mitunter durchaus die bessere Wahl sein.

Speditionskaufmann

In einer Welt in der Güter teilweise über den gesamten Erdball transportiert werden, ist der Speditionskaufmann ebenfalls ein gefragter Beruf. Generell arbeiten Speditionskaufleute daran, dass Güter möglichst schnell an ihrem Bestimmungsort ankommen. Das Thema Logistik spielt daher bei der Ausbildung eine besonders große Rolle. Auch der Industriekaufmann und die Industriekauffrau werden in ihrer Lehrzeit mit der Logistik vertraut gemacht, beim Speditionskaufmann nimmt es aber einen zentralen Stellenwert ein.

Die Dauer der Ausbildung ist bei beiden Berufen mit drei Jahren identisch. Zudem sollten Bewerber auch für den Speditionskaufmann viel Spaß an der Arbeit mit Zahlen mitbringen. Aus finanzieller Hinsicht ist der Industriekaufmann die bessere Wahl, da die durchschnittliche Ausbildungsentschädigung bis zu 200 Euro höher ausfallen kann.

Fachinformatiker

Auch wenn Industriekaufleute in ihrem Alltag viel dem PC zu tun haben, Informatiker sind sie keine. Wer sich neben den alltäglichen Büroprogrammen aber viel stärker mit Computern und Software beschäftigen möchte, der findet als Fachinformatiker vermutlich die bessere Ausbildung. Nach den drei Lehrjahren ist man ein absoluter Fachmann für alles rund um das Thema IT. Anschließend hat man beruflich ein ähnliches breites Auswahlfeld wie Industriekaufleute, da IT-Abteilungen praktisch in allen Branchen mittlerweile gebraucht werden. Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt drei Jahre. Während dieser Zeit liegt das Gehalt der Fachinformatiker im Durchschnitt bis zu 150 Euro unter dem der Industriekaufleute.

IT-Systemkaufmann

Wem der Fachinformatiker zu technisch und der Industriekaufmann nicht technisch genug ist, der findet im IT-Systemkaufmann eventuell die goldene Mitte. Der Beruf ist sehr dienstleistungsorientiert. So arbeitet der IT-Systemkaufmann häufig als Berater, der Unternehmen oder Einzelpersonen bei der Planung und Anschaffung von IT-Produkten berät und unterstützt. In der Ausbildung spielen auch kaufmännische Tätigkeiten eine Rolle, sodass ein interessanter Mix entsteht. Rein finanziell bewegt sich die dreijährige Ausbildung auf dem Niveau der Industriekaufleute. Azubis erhalten bei beiden Berufen ähnliche Ausbildungsentschädigungen.

Handelsfachwirt

Der Handelsfachwirt ist weniger eine Alternative zu einer Ausbildung als Industriekaufmann und mehr ein Zusatz. Es handelt es sich um eine sogenannte Abiturientenausbildung, die Interessenten zusätzlich zu einer einer kaufmännischen Ausbildung machen können. Wie die Beschreibung bereits verrät, bedeutet dies aber auch, dass Interessenten das Abitur haben müssen, wenn sie sich für die Ausbildung interessieren.

Als Handelsfachwirt lernt ein Auszubildender zusätzliches Wissen in Bereichen wie Beschaffung und Logistik, Handelsmarketing und Personalmanagement. Die Ausbildung erfolgt in Form von zusätzlichen IHK-Lehrgängen. Abgeschlossen wird die Zusatzqualifikation durch drei Prüfungen. Der höhere Aufwand macht sich in der Ausbildung schon finanziell bezahlt. Bis zum dritten Lehrjahr kann die Ausbildungsentschädigung auf über 1500 Euro anwachsen, abhängig davon, wo die Ausbildung absolviert wird.

Kaufmann im Gesundheitswesen

Der Kaufmann im Gesundheitswesen ist von der Idee her ähnlich wie der Industriekaufmann aufgebaut. Anstatt der Industrieproduktion steht bei diesem Beruf das Gesundheitswesen im Mittelpunkt. Die Kaufleute arbeiten zum Beispiel in Krankenhäusern, Gesundheitsämtern oder Krankenkassen und stellen sicher, dass die gesundheitliche Versorgung von Patienten hinter den Kulissen gewährleistet wird. Dazu erlernen sie alle notwendigen kaufmännischen Fähigkeiten, im Gegensatz zum Industriekaufmann aber mit dem Fokus auf das Gesundheitswesen. Wer sich für diesen Bereich interessiert und später nicht unbedingt in der Industrie arbeiten möchte, findet in der Ausbildung eine spannende Alternative. Die Dauer und die Bezahlung sind mit dem Industriekaufmann vergleichbar.

Verwaltungsfachangestellter

Soll der Fokus bei der Ausbildung auf dem Verwaltungsaspekt liegen, dann ist der Verwaltungsfachangestellte eine gute Wahl. Wer sich für diesen Ausbildungsberuf entscheidet, der lernt in seinen drei Ausbildungsjahren alles rund um das Thema Verwaltung und wie diese funktioniert. In gewisser Weise ist es der Inbegriff des Bürojobs. Nach der Ausbildung kann man auf verschiedenen Ämtern aber auch bei Universitäten oder Fachhochschulen arbeiten. Auch die Beamtenlaufbahn ist mitunter möglich. Die verschiedenen Verwaltungsbereiche werden schon während der Ausbildung beachtet. Im Gegensatz zum Industriekaufmann erfolgt eine Spezialisierung, was einen bei der späteren Berufswahl auch etwas einschränken kann. Die Dauer und die Bezahlung der Ausbildung unterscheiden sich dagegen im Vergleich zum Industriekaufmann kaum.